Gastfreundlich?
Was kann das für kirchliche Orte heißen?
Thesen aus einem Jahr Profilstelle Netzwerk: Spiritualität-Pilgern-Tourismus
(1) Gastfreundlich sein heißt zunächst vom Gast aus denken. Das ist ein schwieriges Unterfangen in einer Organisation, die zuallererst von der Zugehörigkeit aus denkt. Territorialprinzip, Mitgliederorientierung, Kirchturmdenken. Alles hat seine Geschichte, es lässt sich historisch verorten und erklären. Das Prinzip Gemeinde hat Jahrzehnte getragen. Von dieser Geschichte erzählen unsere Gemeindehäuser und Verbände und vieles mehr. So bin ich aufgewachsen. Es ist schön, was dort gewachsen ist. Es ist schön, was bleiben wird. Nur: Was passiert mit einer Kirche, die gesellschaftlich an Relevanz verliert und spürt, dass ihre Prinzipien mit der Lebenswelt der Menschen nicht mehr mehrheitlich übereinstimmen? Sichtbar wird diese Veränderung zunächst nur langsam am Rückgang der Mitglieder - solange das Geld noch da ist, kann man “ja einfach weitermachen”. Stimmen werden laut, die fordern, sich auf die zu konzentrieren, die bleiben. Natürlich haben diese berechtigte Anliegen - und viele davon werden in unseren Kirchengemeinden versorgt. Zugleich gibt es aber immer mehr, die als “Gäste” in unseren kirchlichen Orten unterwegs sind. Sie sind schüchtern, betreten Kirchenräume und Gottesdienste ohne Vorwissen - werden dann zuweilen als “Fremde” und “Ferne” betitelt. Vor allem sind es aber Suchende, sonst würden sie die Schwellen nicht übertreten. Gäste-Orientierung hieße dann, sich auf sie einzustellen: Begegnungs-Möglichkeiten schaffen, Glaube als Option offenhalten, gemeinsam auf dem Weg sein. Denn das macht Christen seit ihren Anfängen aus. Auf die Frage, was das Neue ist an ihrer Religion, haben sie gesagt: Es ist der Weg. Es ist der Weg, in dessen Spuren zu gehen, der gesagt hat: Ich bin der Weg. Prozessorientierung müssten Christen also gar nicht neu von externen Beratern lernen. (vgl. zum Christentum als Religion des Weges Tomas Halik: Das Abenteuer Christus zu suchen, Christ in der Gegenwart 7/2023)
(2) Christlicher Gastgeber:in sein, heißt spirituell verortet sein: Spiritualität bedeutet Verbunden sein mit einem größeren Ganzen. Sie ist Gefühl fürs Unendliche; für das, was mich unbedingt angeht; für das, was mein Herz öffnet. Sie fordert und fördert eine achtsame Haltung zum Leben, zu jedem Du, zu dem, was mich umgibt. Sie ist die Erfahrung des Spiritus als „Ergriffen-Sein von Gott“ und weist über uns hinaus. Zu ihr gehört die biblische und mystische Tradition sowie der reiche Schatz an Ritualen. Segen ist dafür zentral: weil Gott möchte, dass Menschen es “gut haben”. Das Gebet Jesu “Dein Reich komme” hat ebenso wesentlich die irdische Dimension: hier und jetzt sollen Christen dazu beitragen, dass das Leben “himmlischer” und damit “menschlicher” wird. Das ist eine Grundhaltung für kirchliche Gastgeber:innen: mit leichtem Gepäck, offenem Geist, suchender Sprache.
(3) Gastfreundlich heißt biblisch: den Gast in den Mittelpunkt stellen. Als Abraham die drei Männer begrüßt, tut er dies mit allem Drum und Dran eines Gastgebers. Das Zelt ist offen für sie, etwas zu essen, ein Getränk. Wo sind unsere kirchlichen Zelte? Es sind mancheorts starke Mauern daraus geworden, die eine Wirkung haben. Kirchliche Orte entwickeln heißt heute, keine Mauern zu bauen, sondern Zeltmacher:innen (Apg 18,3) zu sein. Auf der Landesgartenschau in Wangen haben wir es mit einem Zelt probiert. Welche Wirkung! Nun ist das natürlich ein einmaliges Ereignis. Die kleinen Ereignisse gibt es jedoch auch: Dort wo sich mit einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee Begegnung ereignet. Das geht allerdings nur draußen: Raus aus der Kirche. Oder: Ran an die (kirchlichen) Orte, die Menschen besuchen. Ohne Präsenz geht’s nicht, wenn wir möchten, dass jemand nach einem Besuch sagt: “Bei denen von der Kirche war es schön, da hat’s mir gefallen.” Anders gesagt: Es ist die Haltung der “entdeckerischen Präsenz”, die Evangelium und Lebenswelt von Menschen in Kontakt bringt. Sie wird konkret, wenn “Menschen aufatmen und über sich hinauswachsen können, wenn sie aufrecht gehen lernen und zu sich und zueinander finden – und sich ihr Leben zum Guten wendet”. Pastoraltheologisch steht dahinter auch ein Paradigmenwechsel: Nicht der Gast braucht uns von Kirche, sondern wir die Anderen; “ihre anderen Geschichten vom Leben und daher auch ihre anderen Geschichten von Gott” (vgl. Christian Bauer, feinschwarz.net)
(4) Zugleich muss sich ein:e Gastgeber:in stärken lassen. Dafür rein in die Kirche und ran an die Quellen der Spiritualität. Damit meine ich ein Erkunden der sprituellen und mystischen Quellen des Christentums; Ausprobieren und Neu-Entdecken gehört auch hier dazu sowie das Teilen dieser Erfahrungen. Es geht letztlich nicht um ein Gegeneinander der verschiedenen Orte und Formate, sonden um das Erkennen, wo Gäste zu uns kommen und wie sie spirituelle Nahrung bekommen können. Die jeweiligen Umfeldbedingungen - auch heilige Orte, Traditionen und Brauchtum - sind ein Schatz dafür. Es ist eine Herausforderungen in suchender Sprache die Bedeutung etwa der Heilig-Blut-Wallfahrt oder der Sebastiani-Wallfahrt für sich selbst zu erkunden - und sie schlüssig mit den subjektiven Erfahrungen von Menschen in Kontakt zu bringen.
“Mensch-Momente”
“In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche” (Schreiben der deutschen Bischöfe).
Dieses Herz braucht Begegnungsmöglichkeiten und niederschwellige Angebote. Von den Gastgebern unserer Zeit lässt sich lernen, was wir biblisch in der DNA haben müssten. Zwei Voraussetzungen wurden auf dem Tourismustag 2025 der CMT in Stuttgart “Gäste im Fokus” für Gastgeber:innen genannt: Empathiefähigkeit und Mensch-Momente schaffen (vgl. Sabine Hübner Menschmomente). Wo das gelingt, fragen die Menschen dann vielleicht das, was schon die Jünger:innen Jesu gefragt haben: Wo wohnst Du? Seine Antwort: Kommt und seht. (vgl. Joh 1,38f.) Begegnungsmöglichkeiten sind in diesem Sinne kein Selbstweck, sondern können in die Tiefe führen - und sind damit immer Teil und Voraussetzung von Glaubenskommunikation. Im Kontakt wird das Gottes-Potential geweckt, das schon längst da ist, bevor jemand von der Kirche kommt. Präsenzvermutung des Evangeliums nennen das die Pastoraltheologen.
Experimentierfreude
Damit sich Mensch-Momente ereignen können, sind Seelsorger:innen zunächst Suchende. Sie experimentieren mit den Möglichkeiten ihres Ortes und ihrer Zeit. Dieses Erkunden ist kein Nice-to-have, sondern entspricht dem Grundauftrag von Kirche: Wir leben nicht aus uns selbst und nicht für uns selbst. Auf dem Wochenmarkt können sich diese Mensch-Momente ebenso ereignen, wie nach der Marktkmesse; das Jugendfestival könnte ein Ort sein oder das Freibad; das Zeltlager könnte eine Brücke sein, damit sich etwas öffnet. Hausbesuche, Trauergespräche, Gespräche mit Eltern, die ihr Kind taufen lassen und mit Paaren, die sich segnen lassen möchten. Auf dem Pilgerweg sein, Sternsinger, ein Gespräch und ein Segen in der Not - all das sind Brücken. Brücken entstehen nicht ohne Gelegenheiten und das Be-Mühen um das Gegenüber. Es braucht die Gleise der Begegnung, damit der Zug der Spiritualität darauf fahren kann. Dafür werden in der Profilstelle auch inhaltliche Kriterien festgelegt und Standards für spirituelle Angebote. Denn Niederschwelligkeit heißt nicht Beliebigkeit.
Entdeckende Präsenz
Die Profilstelle hat den Auftrag, dazu Impulse im Dekanat, im württembergischen Allgäu und darüber hinaus geben. Einzelprojekte und Seelsorge-Aufgaben gehören genauso dazu, wie das Entwickeln einer gäste-orientierten Kommunikation und das Bündeln von Angeboten. Denn Gäste möchten wissen, wo sie ein “Produkt” finden und wie sie es “buchen” können. Sie gehen ihren Lebensweg und sind im Gehen offen für Sinndeutungen aus den spirituellen Quellen des Christentums. Zentral ist dafür die Vernetzung und das gemeinsame Handeln mit Partnern, die ebenso einen Gäste-Blickwinkel haben - und mit denen wir gemeinsam nach den “besten Wegen” für die Menschen suchen, die sich nach Zukunft und Hoffnung sowie Halt und Sinn für ihr Leben sehnen (vgl. Jer 29,7ff.)
„Wir müssen die Stadt von einer kontemplativen Sicht her, das heißt mit einem Blick des Glaubens erkennen, der jenen Gott entdeckt, der in ihren Häusern, auf ihren Straßen und auf ihren Plätzen wohnt. Die Präsenz Gottes begleitet die aufrichtige Suche, die Einzelne und Gruppen vollziehen, um Halt und Sinn für ihr Leben zu finden. Er lebt unter den Bürgern und fördert […] das Verlangen nach dem Guten, nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Diese Präsenz muss nicht hergestellt, sondern entdeckt, und enthüllt werden.“ (Papst Franziskus: Evangelii gaudium, Nr. 71)
Zum Hintergrund:
(1) Du führst mich hinaus ins Weite (Ps 18,20) - Profilstellen in der Diözese
Profilstellen sind Stellen der Kirchenentwicklung. Wie verändert sich Kirche? Welche Formen der Mitgliedschaft und des Verhältnisses zu Kirche entwickeln sich? Wie wird das Evangelium Teil der Lebenswirklichkeit von Menschen? Zu diesen Fragen entwickeln die Profilstellen anhand von Schwerpunkten Projekte und Antworten - beziehungsweise Profilstellen nehmen zuallererst eine fragende Haltung dazu ein: Aufgabe einer Profilstelle ist es, neue Formen des Kirche-Seins zu entdecken und damit zu experimentieren. Dabei werden regionale Schwerpunkte gestärkt, die die Angebote der Kirchengemeinden ergänzen.
Profilstellen antworten auf den Wunsch der Dekanate, spezifische Schwerpunkte der Dekanate mit Stellen abzusichern und versetzen sie in die Lage, subsidiär neue Ideen zu entwickeln und personell umzusetzen, mit denen sie die Kirche auf die Zukunft hin gestalten wollen. Damit werden Experimentierorte geschaffen, von denen die Menschen vor Ort, aber auch die gesamte Diözese profitieren können. (Quelle drs.de)
Profilstellen sind Schwerpunktstellen - zugleich sind sie strukturell einsam und nicht klassisch an Kirchengemeinden angebunden. Das ist mühsam, schenkt aber die nötige Freiheit und nimmt vermutlich die pastoralen Realitäten der Zukunft vorweg. Kirche am Ort wird mehr denn je angewiesen sein auf Kooperationen. Diese Verwiesenheit weitet die Möglichkeiten kirchlicher Orte und macht sie anschlussfähig. Denn Kooperationen ermöglichen mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Natürlich werden Einzelprojekte umgesetzt - im Hintergrund bedeuten Kooperationen aber auch, dass Abwehr und Vorbehalte abgebaut werden können. Widerstände sind aus systemischer Sicht wesentlicher Bestandteil von Veränderungen und ermöglichen damit Kirchenentwicklung. Dazu gehören permanente Reflexionsprozesse auf verschiedenen Ebenen. Auch das haben Profilstellen anzustoßen und zu begleiten. Sie stören dabei und irritieren - was wiederum Resonanz erzeugt. Systemisch wertvoll ist ebenso, dass die Beobachterposition von Profilstellen eine andere ist als im Dienst der Kirchengemeinden. Das wiederum weitet den Blick und bietet andere Interventionsmöglichkeiten.
Für ein Netzwerk im Allgäu ergeben sich Möglichkeiten in der Fokussierung auf Gäste (der Gast im Fokus) - das lädt kirchliche Orte zur Auseinandersetzung mit der eigenen Gäste-Orientierung ein. Dazu gehört auch die Reflexion darüber, an welchen Orten und Beziehungen wir als Kirche zu Gast sind oder sein müssen. Das ist die wesentliche Herausforderung, die im Jesus-Wort an Zachäus steckt: “Ich muss bei Dir zu Gast sein.” (Lk 19,5). Dahinter steht ein biblisch begründeter Suchauftrag und manchmal die Erkenntnis: „Gott ist an diesem Ort, und ich habe es nicht gewusst“ (Gen 28,16)
(2) Säkularisierungsthese: Relevanzverlust in Religion und Kirche (Säkularisierung 3)
Religion/Kirche nimmt an Bedeutung ab - und zwar kontinuierlich. Das lässt sich als Teil einer großen gesellschaftlichen Transformation beschreiben. Der Bedeutungsverlust - so die These - ist nicht umkehrbar und dauerhaft. Das wendet sich gegen die Behauptung, man könnte es "besser machen"/"optimieren" und hätte dann größeren Erfolg. Im Hintergrund stehen Studien (v.a. aus den Niederlanden, aber auch Deutschland), die diesen universalen Relevanzverlust untersuchen, auch an Orten, an denen sehr gute pastorale Arbeit gemacht wird.
Säkularisierung 3 geht davon aus, dass der Relevanzverlust nicht zu einem kompletten Verschwinden von Religion führt. Denn die Möglichkeit des Glaubens auf Grundlage persönlicher Erfahrung bleibt. Hans Joas hat das mit dem Stichwort "Glaube als Option" benannt. Gott ist für viele Menschen nicht (mehr) zwingend notwendig, aber es ist möglich, dass Menschen Gott suchen und erfahren. Das entlastet, alles für alle tun zu müssen - und es lässt sich punktuell ansetzen. (vgl. Jan Loffeld, Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt, Herder 2024)
(3) Auftrag der Profilstelle “Netzwerk”
Die Profilstelle im württembergischen Allgäu hat drei Schwerpunkte bekommen:
Tourismus, Spiritualität und Pilgern. Der Fokus liegt dabei auf den Gästen. Dabei ist der Begriff weit gefasst: Er umfasst Urlauber und Einheimische und nimmt vor allem auch jene in den Blick, die in unseren Kirchen zu Gast sind. Für sie werden im Rahmen des Netzwerks Allgäusegen Angebote gebündelt und entwickelt. Im ursprünglichen Wortsinn ist ein Gast ein “Fremder” auf Zeit (lat. hostis) und eine “zum vorübergehenden Bleiben eingeladene oder willkommene Person” (wikipedia.de)
Ein Schwerpunkt ist die Sichtbarkeit und Kommunikation von Angeboten; wesentlich ist auch das Experimentieren mit neuen Formen von Kirche-Sein. Mobile Kirche gehört ebenso dazu, wie besondere spirituelle Formate. Kennzeichen sind dabei passagere Angebote, die im Vorbeigehen wahrgenommen werden können (Projekt Segensmomente) oder auch Angebote unter freiem Himmel (Kirchen auf der Landesgartenschau, Berggottesdienste, Wasserläufer-Tag). Auftrag der Profilstelle ist es auch, diese Prozesse zu reflektieren und sie theologisch und pastoral einzuordnen, um Erkenntnisse für Kirchenentwicklung zu gewinnen.
Die Netzwerkarbeit ist geprägt von Kooperationen mit kirchlichen und nicht-kirchlichen Partnern. Vor allem Tourismusverband, Center Parcs und Agenturen sowie Kulturanbieter sind wichtige Kooperationspartner.
(4) Das Netzwerk “allgäusegen”
Die Profilstelle besteht seit Juli 2023 und wurde mit einer Projektschmiede im November 2023 eröffent. Im ersten Jahr wurden Wahrnehmungen gesammelt und vertieft. Vor allem der Bereich Markenentwicklung wurde als zentraler Baustein für kirchliche Präsenz im Bereich Tourismus identifiziert.
Dazu entsteht die Marke allgäusegen mit eigenem Profil. Mit den Begriffen bewegen.berühren.begegnen wird der Markenkern beschrieben.
Der Netzwerktitel verbindet zwei Teile:
Allgäu als Region, Lebensraum, Urlaubsziel.
Segen als positive Haltung, Zuspruch und Gut-Haben. Segen wird nicht erarbeitet. Segen ist ein Geschenk Gottes und kommt von außen.
(5) bewegen.berühren.begegnen - Leitgedanken zum Netzwerk allgäusegen
Das Allgäu ist eine besondere Urlaubsregion.
Wie kaum eine andere Gegend ist es bis heute geprägt von einem großen Schatz an religiösen Traditionen und spirituellen Orten. Im Allgäu wissen wir, wie segensreich dieser Landstrich ist. Was hier alles möglich ist: Auszeit genießen, Weite atmen, berührt werden. Kirchen und Kapellen stehen für den christlichen Glauben und geben der spirituellen Suche vieler Menschen einen Ort. Im Netzwerk allgäusegen laden wir dazu ein, diesen Schatz mit uns zu entdecken: bewegen. berühren. begegnen.
bewegen
Der Blick in die Berge, Nebel in den Tälern und die Sonne am Horizont. Wir lassen uns gern von der Natur im Allgäu beeindrucken und von der Begegnung mit Menschen berühren. Dazu gehört, dass wir hinausgehen. Eine kleine, feine Pilgertradition lädt bei uns zur spirituellen Suche ein. Auf dem Martinusweg, dem Jakobusweg oder beim Samstagspilgern lässt sich die Region entdecken und noch viel mehr: Stille, Orientierung, Zu-Sich-Kommen.
berühren
Ankommen ist eine tiefe menschliche Sehnsucht. Wir schöpfen dafür aus einer christlichen Spiritualität, die Halt gibt und Sinn eröffnet. Wir laden unsere Gäste ein, an unseren Orten und bei unseren Angeboten auf unterschiedliche Weise mit sich, Gott und der Welt in Kontakt zu kommen – und sich berühren zu lassen.
begegnen
Mit allen Sinnen lässt sich unsere Region entdecken. Im Wahrnehmen kommen dabei auch die Fragen nach Lebenssinn und Orientierung auf. Wir begegnen dieser Suche mit einer Vielfalt von spirituellen Angeboten: Pilgerangebote, Musik und Gebet, Ruhe-Orte, Meditationen, Tanz und Bewegung, Kunst und Ausstellungen, Segensmomente, Gottesdienste, reiche Traditionen und Rituale. Wertvoll ist bei diesen Angeboten vor allem der Kontakt mit den Menschen, die sie begleiten.
(6) Netzwerkprojekt: Den Himmel erden
Unter der Überschrift „Den Himmel erden“ sollen für den Allgäu-Teil des Dekanats spirituelle Angebote und Gottesdienste im Freien für das Jahr 2025 erfasst werden. Diese Erfassung ist ökumenisch offen – gerne nehmen wir auch Angebote von unseren Schwesterkirchen auf. Die Termine werden in einem Print-Medium sowie auf weiteren Kanälen gebündelt und sollen ab März bis Herbst/Winter 2025 an Kirchen-Orten und besonderen touristischen Orten im württembergischen Allgäu ausgelegt werden. Dahinter stehen die Erfahrungen bei den Kirchen auf der Landesgartenschau, sowie die Idee, Gäste in der Region mit unseren Angeboten zu erreichen. Ziel ist es, im genannten Zeitraum, spirituelle Angebote sichtbar zu machen, die sowohl für die Kirchengemeinden als auch für deren Gäste bedeutsam sind.
Die Landesgartenschau in Wangen war für die Kirchen im württembergischen Allgäu und für die Arbeit der Profilstelle ein Lern- und Entwicklungsfeld.
Zentral war die Erkenntnis, dass das „Draußen-Sein“ von Kirche, verbunden mit einem großen Kooperationspartner neue Möglichkeiten eröffnet und eine breite Wirkung nach innen wie nach außen hat.
Zentral für die Kirchen auf der LGS war zudem der „Gästeblick“: Im Motto „Sei unser Gast“, bei den Veranstaltungen, bei der Gestaltung des Gartens und bei den Kommunikationskanälen. Hier wurde im Großen und mit viel Energie erprobt, was auch im Kleinen funktionieren kann.
Zentral war der Blickwechsel von der Mitglieder-Orientierung hin zur Gäste-Orientierung.
Drei Workshops haben dazu im Herbst 2024 in unterschiedlichen Zusammensetzungen stattgefunden und das Projekt “den Himmel erden” vorbereitet:
- 26.09.24 Spirituelle Zukunftsorte, Landpastoral Isny
- 21.11.24: Workshop Gästeorientierung, Wangen
- 27.11.24: Allgäu-Geh-Spräche, Isny
(7) Netzwerkprojekt: Segensmomente
Segensmomente ist eine Projektidee, die zu Beginn der Profilstelle „Netzwerk Spiritualität-Pilgern-Tourismus“ im Sommer 2023 entstanden ist. Die zahlreichen Kapellen im Dekanat Allgäu-Oberschwaben und die Wege von Menschen, die hier unterwegs sind, sind der Anlass der Projektidee. Die Wahrnehmung, dass viele Menschen besondere kirchliche Orte aufsuchen, geht einher mit dem Mangel an pastoraler Präsenz an diesen Orten. Daher zielt die Projektidee in zwei Richtungen: Einerseits soll eine digitale Installation entstehen mit kurzen, berührenden und starken Segensmomenten (für unterschiedliche Anlässe/Lebensphasen) zum Abrufen per Klick. Sie werden aufgenommen und eingesprochen von Menschen aus der Region. Diese Segensmomente werden ergänzt durch die Präsenz einer/s Seelsorger:in an den Ausstellungsorten zu bestimmten Zeiten. Diese Segensmomente können zu Gesprächsanlässen werden. Geplant ist diese Präsenz mit einem ökumenischen Seelsorge-Team.
Das Projekt ist Basis für die Entwicklung einer gelegenheits-orientierten Pastoral im Dekanat.